Die Therapie

Grundpfeiler jeder seriösen homöopathischen Behandlung ist die ausführliche Anamnese. Dies verwundert nicht, wenn man sich vor Augen hält, dass die Homöopathie eine Individualtherapie ist. Nur In seltenen Fällen wird es vorkommen, daß zwei Patienten mit den gleichen Symptomen auch das gleiche Heilmittel erhalten. Die Anamnese dient dazu, den individuellen Charakter der jeweiligen Störung herauszufinden: Unter welchen Umständen tritt sie auf? Wie ist sie entstanden? Was verbessert, was verschlechtert den Zustand? Was für ein Typ ist der Patient, wie geht er mit der Störung um? usw.

Ich besuche meine Patienten oft zu Hause, um sie in ihrer gewohnten Umgebung stressfrei kennen zu lernen. Die Befragung des Besitzers dauert ca eine Stunde, manchmal länger, je nachdem, was er zu berichten hat und wie gut er sein Tier kennt.
Wenn Sie eine homöopathische Behandlung in Erwägung ziehen, sollten Sie sich darauf vorbereiten, ihr Tier gut zu beobachten und sämtliche Veränderungen genau wahrzunehmen. Je besser der Halter sein Tier kennt, desto größer ist die Chance für den Homöopathen, das passende Arzneimittel herauszufinden. Somit ist der Halter indirekt am Erfolg des Homöopathen beteiligt.

Nach der Fallaufnahme, wird das passende homöopathische Mittel mit Hilfe der „Repertorisation“ ermittelt. Dies ist eine systematische Auswertung der Informationen nach den Gesetzen der klassischen Homöopathie. Außerdem werden die Symptome mit den verschiedenen Arzneimittelbildern abgeglichen und weitere Differenzierungstechniken angewendet.

Steht das Mittel fest, verabreiche ich es dem Tier und nun ist es Aufgabe des Tierhalters, die Reaktionen des Patienten genau zu beobachten und gegebenenfalls aufzuzeichnen, damit genügend Informationen für die Folgeanamnese vorliegen. Diese findet meist nach drei bis vier Wochen statt. Die Reaktion des Tieres wird festgehalten und ausgewertet und das Arzneimittel, wenn erforderlich, angepasst.

Für den Tierhalter ist es wichtig zu wissen, dass eine homöopathische Behandlung zunächst eine so genannte „Erstverschlimmerung“ verursachen kann, die jedoch meist glimpflich abläuft und Anzeichen dafür ist, dass das Medikament im Körper Reaktionen hervorruft und ihn zum arbeiten anregt. Sie sollten nach kurzer Zeit abklingen. Ebenso ist es möglich, dass alte Krankheitsbilder neu aufbrechen. Hieran sieht der Homöopath, dass der Körper beginnt seine alten Muster zu bearbeiten und zu bewältigen.

Homöopathie ist eben keine „bequeme“ Heilweise, sondern zwingt den Organismus zu Reaktionen, die ihn zur Selbstheilung anregen. So wird das „Übel“ an der Wurzel gepackt, statt es einfach passiv zu überdecken.
Sollten Unsicherheiten bezüglich der Reaktionen bestehen, kann auch kurzfristig eine telefonische Beratung erfolgen.